23.09.2008
Bushido: Bushido zu seiner Biographie
Bushido, Jahrgang 1978, geboren als Anis Mohamed Ferchichi, ist mit acht Goldenen und zwei Platin-Schallplatten der erfolgreichste deutsche Rapper aller Zeiten. Er gründete 2004 die Plattenfirma ersguterjunge und verkaufte in seiner Karriere bislang weit über 1,5 Millionen Tonträger. Für seine musikalischen Leistungen erhielt er u.a. den ECHO, den MTV EMA Award, den goldenen Bravo-Otto und den Viva- Comet. Im Oktober 2008 erscheint sein achtes Soloalbum.
Sie sind jetzt 29 Jahre alt. Meinen Sie nicht, dass Sie noch ein bisschen jung für eine Biographie sind?
Bushido: Das Buch ist ja auch so schon ziemlich dick geworden oder? Nee, ernsthaft. Es war einfach an der Zeit einige Dinge klarzustellen. Und außerdem nervt es auf Dauer, immer die gleichen Fragen gestellt zu bekommen. Jetzt kann ich einfach sagen: Alter, lies mein Buch. Da steht alles drin.
Wer hat das Buch denn letztendlich geschrieben? Sie selbst oder doch Lars Amend?
Bushido: Das war Teamwork. Wir haben uns gemeinsam überlegt, welche Tonalität das Buch haben soll, welche Geschichten wir erzählen wollen und haben die grobe Richtung festgelegt. Dann haben wir uns über ein Jahr lang fast täglich getroffen - Lars hat ja auch viele Situationen selbst miterlebt - und einfach angefangen zu reden, bzw. zu schreiben. Am Ende sind dabei halt 432 Seiten herausgekommen. Es hätten aber locker auch 600 werden können.
Wie kamen Sie denn zum riva Verlag?
Bushido: Wir sind mit dem Buch hausieren gegangen und haben es natürlich den ganzen großen, renommierten Verlagen angeboten. Die fanden das Buch zwar alle auch gut, hatten aber durch die Bank weg keinen Bock auf Stress. Und dann kam eben Christian Jund, hatte Bock auf Stress und - wir haben das Buch gemacht. Bis jetzt kann ich mich echt nicht beschweren.
Lag das auch am Stil des Buches?
Bushido: Kann schon sein. Ich will mich aber, auch wenn ich ein Buch schreibe, nicht verbiegen. Das Buch ist eben so geschrieben, wie ich das auch in einem Interview erzählen würde. Gut, die ganz krassen Stellen haben wir, weil es der Anwalt so wollte, durch kleine Totenköpfe ersetzt oder ganz gestrichen, aber es sollte am Ende immer noch ein Bushido-Buch bleiben. Das haben wir, denke ich, ganz gut hinbekommen.
Sie sind ja nicht nur Musiker und seit kurzem auch Autor sondern auch Geschäftsmann. Wie kamen Sie auf die Idee eine Immobilienfirma zu gründen?
Bushido: Das war eigentlich Zufall. Ich bin da irgendwie reingerutscht. Es hätte genauso gut ein Dönerladen, ein Sportgeschäft oder was ganz anderes sein können. Und ganz ehrlich: Ich weiß dass die meisten Musiker nur eine bestimmte Halbwertzeit haben. Da muss ich mir jetzt was aufbauen, damit die Kohle auch später noch reinkommt.
Wie schauen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Bushido: Wie heißt es so schön: Baum pflanzen, Haus bauen, Kinder kriegen. Zwei Punkte auf dieser Liste konnte ich schon erfüllen, das andere kommt aber auch noch. Ich mache mir keine Sorgen um die Zukunft, denn es kommt sowieso immer anders, als man es geplant hat. Ich will eigentlich nur weiter mein Ding machen und wenn es gut läuft bin ich damit erfolgreich und wenn nicht, dann habe ich eben Pech gehabt. So einfach ist das. Wenn es aber weiter so cool läuft, wie im Moment, kommt vielleicht in 30 Jahren das Buch „Bushido II“ raus. Wer weiß?